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Gefahrene Kilometer: 520 – Gobabis bis Maun

 

Das Frühstück ist fast genau so gut wie unser letztes Abendmahl. Lediglich die Eier sind sehr… nun… übersichtlich. Wir essen brav auf, auf dass das Wetter wieder besser werde und setzen uns, wie jeden Tag, in die Jeeps. Es geht sofort los, denn heute müssen wir über die botswanische Grenze. Aufgrund der allgegenwärtigen afrikanischen Gemütlichkeit kann niemand sagen wie lange dieser Grenzgang dauern wird.

Die Ausreise aus Namibia verläuft schnell und problemlos. Die Einreise in Botswana, nach circa 200 Metern Niemandsland, ist da schon etwas komplizierter. Während wir auf unsere gestempelten Papiere warten, um die Grenze mit unseren Fahrzeugen überqueren zu dürfen, ist erst einmal Siesta im gesamten Komplex angesagt. Auch unsere Bearbeiterin macht ohne jeden Kommentar mitten in der Bearbeitung meiner Papiere die Jalousie herunter und lässt uns warten. Aber hey, nur eine Stunde später geht es ja schon weiter, die letzten Pässe werden gestempelt und wir dürfen endlich weiter. Diese Gemütlichkeit ist irgendwie ansteckend und niemand von uns ist weder überrascht, noch verärgert, oder genervt von dieser einstündigen Pause. Das ist nun mal einfach der Weg, wie es hier läuft.
Die Grenze wird passiert und wieder geht es viele, viele Kilometer über weite Teerstraßen. Gähn.

Endlich sind wir auf der Straße Richtung Maun, unserem heutigen Zielpunkt. Dort werden wir dann gezwungenermaßen einen Tag Urlaub einschieben müssen, denn unser Geldverwalter-Team hat gerade festgestellt, dass ja heute dummerweise Samstag ist und Samstags spät, sowie natürlich den gesamten Sonntag hat auch in Afrika keine Bank geöffnet. Und in Botswana zahlt man schließlich in Pullar und nicht in namibischen Dollars. Tja, so zeitlos wie wir hier unterwegs sind, hat einfach niemand an diese blöden Wochentage gedacht. Direkt hinter der Grenze Botswanas sehen wir unseren ersten botswanischen Affen. Nun ja, zumindest das, was davon noch übrig ist. Er hockt völlig verkohlt auf einer Stromleitung, die eine Hand noch um das Kabel geschlossen. Armes Vieh.

 

Kurz nachdem wir wieder losgefahren sind, stürzt direkt vor uns kopfüber ein Greifvogel vom Himmel. Erst der Affe und jetzt auch noch ein Vogel? Wir denken schon an eine Tier-Suizid-Zone, als der Adler kurz vor unseren Karren einen großen Tausendfüßler von der Straße pickt und pfeilschnell wieder davonfliegt. Puh, also doch kein Selbstmordgebiet.

 

Nach diesen paar Höhepunkten verebbt die Fahrt langsam in ein Fußgelenk-tötendes geradeaus tuckern. Auch die mp3 CD in unserem Auto beginnt sich zu wiederholen.
Da kommt mir plötzlich eine Idee. Ich schnappe mir die Gitarre vom Rücksitz und fange an zu spielen. Keine Sorge, ich sitze nicht auf dem Fahrersitz.
Die Zeit vergeht wieder ein wenig schneller und Kilometer um Kilometer fliessen auf unserem Zähler dahin.

 

Stunden später erreichen wir endlich unser Domizil für die nächsten anderthalb Tage. Sofort nach Ankunft wird, na klar, als allererstes der Pool getestet. Alle springen ins kühle Nass und geniessen die Abkühlung nach einem heissen Tag im Auto. Alea steht verträumt auf der Treppe und hängt seinen Gedanken nach. Ich nutze diesen Augenblick der Schwäche und setze direkt vor den sonst so wachsamen Sänger eine Arschbombe vom allerfeinsten. Ich tauche und sehe den triefend nassen Alea langsam in meine Richtung blicken. Dummerweise hatte ich nicht bedacht, dass ein Pool im Treppenbereich ja normalerweise nicht sonderlich tief ist, und mir bei dieser Aktion, auf dem rauen Grund des Pools, beide Füße aufgeschlagen. Aua! Dumm gelaufen, aber hey, das wars wert.

Bruder Rectus alias Horis, der Leiter des SWA-Erotikteams, beschliesst seinen eigenen Erotikfaktor auf seine Weise zu erhöhen und schwört vor der ganzen Mannschaft, nachdem er das aller erste und vermutlich auch das letzte Mal auf unserer Tour mit Wasser in Berührung gekommen ist, von heute an seine nach dem Pool annähernd sauberen Boxershorts nicht mehr zu wechseln. Mal schauen wie lange er diesen Schwur hält…

 

Zum Abendessen immerhin trägt der heilige Horis tatsächlich noch dieselbe Boxershorts.
Wir bekommen die Karte und stellen verzückt fest: Es gibt Burger. Bis auf weniger Ausnahmen wird von dieser Rarität sofort Gebrauch gemacht und fast jeder haut sich einen leckeren, vor fett triefenden Burger in die Kauleiste. Lecker! Am Abend gibt es einig kleine Pokerrunden, die dieses Mal erst Horis, dann Gisi und als letztes mal wieder der Neuzugang Caro für sich entscheiden. Nach und nach verschwinden alle in die Betten und träumen schon, vom morgigen Urlaubstag.

Hi, ich bin Sören
Musiker, Schauspieler und leidenschaftlicher Reisender.

Ich habe nicht umsonst ein Album, dass „Fernweh“ heisst. Lasst mich Euch auf dieser Seite damit anstecken und zu Euren eigenen Abenteuern inspirieren.

Auch Selbstständig/Freiberufler?
Diese Online-Buchhaltung erleichtert mir seit Jahren enorm das Leben.

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