Puh, wo fange ich nur an…?
Ich sage es mal so: Wenn ich jemals in Erwägung ziehen sollte in eine Großstadt auf dem südamerikanischen Kontinent zu ziehen, dann wäre es mit absoluter Sicherheit Valparaiso. Was für eine bunte(!), verrückte, junge, aber gleichzeitig geschichtlich so interessante Stadt.
Entspanntes Beachlife, große, turbulente Märkte, tolle Restaurants, ein super alternatives Nachtleben und lebendige Geschichte in jeder Mauerritze. Nicht umsonst gehört das Hafenviertel von Valparaiso mit seinen bunten Häusern seit 2004 zum UNESCO Weltkulturerbe.
Ich habe noch nirgends so viele und vor allem so kunstvolle Graffities gesehen wie hier:


Mein Herz hat geblutet, als ich im April 2014 in den Nachrichten von dem Großbrand im Hafenviertel gehört habe. Und nicht nur wurden mehr als 2500 dieser wundervollen Häuser mit all ihrer Geschichte dort zerstört, noch viel schlimmer: Fünfzehn Menschen sind damals in den Flammen umgekommen.
Einerseits froh, dass ich dieses Stadtteil noch so bunt und unberührt sehen durfte, andererseits sehr traurig über die Tatsache, dass hier alles anders sein wird, wenn ich irgendwann zurückkehre.

Mein Hostel Casa Volante ist super schön und direkt im Hafen- und Künstler-viertel an den bekannten, bunten Treppen gelegen.

Kaum habe ich meinen Kram im Hostel deponiert fange ich an die Stadt zu Fuß zu erkunden. Direkt auf meiner ersten Runde entdecke ich gegen Abend eine kleine Brauerei, die tatsächlich Deutsches Altbier im Programm hat. Ich bin begeistert. Aber nicht nur davon, denn diese Stadt hat kulinarisch einfach alles zu bieten.


Auch in den nächsten tagen mache ich nichts anderes, als diese Stadt auf mich wirken zu lassen, so geflasht bin ich von…. Irgendwie allem. Ich gehe hinunter zum Hafen, in die höchsten Ebenen der Stadt um die Aussicht zu genießen, kaufe mir auf einem wandernden Markt 10 alte (nachgemachte) Filmposter (die ich bis heute habe), probiere Obst, fahre mit den Bussen und stürze mich ins Nachtleben.
Apropos Busse. Valparaiso ist nicht nur unglaublich schön, sondern auch gleichzeitig unglaublich hektisch und gefährlich. Ganz im Gegenteil zu dem zwar extrem dichten, aber auch sehr langsamen Straßenverkehr in Vietnam, ist es hier zwar nicht ganz so voll, dafür aber extrem schnell. Die Busse rauschen mit gut 70 km/h an einem vorbei und alles drängelt und hupt. Wer hier zu Fuß unterwegs ist, sollte auf jeden Fall aufpassen. Es wird nämlich auch gerne mal über Bürgersteige abgekürzt und mit dem Anhalten der Autos bei Zebrastreifen sollte man auch nicht rechnen.


Trotzdem stresst mich dieses Chaos irgendwie nicht und ich muss grinsen darüber, dass jeder Bus (die teilweise noch an Oberleitungen fahren) anders aussieht als der vorige. Einen Abend steige ich sogar in einen Bus, der komplett abgedunkelt, mit bunten LEDs und Diskokugeln geschmückt ist und die ganze Zeit sehr laute, bassige Musik spielt. Und nein, ich bin hier nicht aus Versehen in einem Touri-Party-Bus gelandet, sondern einfach nur in einem der normalen Linienbusse, dessen Besitzer wohl ein Faible für Diskos hegt.

In einer meiner Partynächte lerne ich Nacho, Alejandra und Christina kennen, drei original Valparaisos, die mir in den kommenden Tagen noch viel von dieser wunderschönen Stadt zeigen. Die beiden Schwestern Christina und Alejandra laden mich sogar zu sich nach Hause ein und lassen mich dort, damit ich das Hostel nicht zahlen muss, die nächsten vier Tage wohnen. Vielen lieben Dank an dieser Stelle noch mal für eure Gastfreundschaft Àle und Chris 🙂


Sie zeigen mir ihre beiden Lieblingsclubs Mascara und La Teraza. Letzterer befindet sich im obersten Stockwerk eines Hochhauses in der Innenstadt. Sämtliche Türen sind ausgehangen, viele der Wände durchbrochen und in den so insgesamt 4 zusammengelegten Wohnungen, legt in jedem Zimmer ein anderer DJ auf. Durch die vier teils riesigen Dachterassen, durch die der Club seinen Namen hat, kann man über die ganze nächtliche Stadt gucken. Super schön.

Auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte man sich eine Fahrt in einem der Standseilbahnen. Das sind schräg an den Berg gebaute „Fahrstühle“, die den oberen Teil der Stadt mit dem unteren verbinden. Von ehemals 30 Stück, gibt es leider mittlerweile nur noch die Hälfte und von diesen sind heutzutage leider nur noch neun in Betrieb. Ein sehr interessantes und ruckeliges Erlebnis.

Valparaiso ist übrigens quasi gesehen eine Doppelstadt, denn direkt nebenan, mit Buslinien verbunden, befindet sich Viña del Mar. Das ist quasi der schicke Teil von Valparaiso. Moderne Luxus-Hochhäuser, alte Villen, classy Bars und schicke VIP-Diskos. Ich persönlich finde Valparaiso bedeutend schöner, aber auch Viña hat seinen Reiz.
Ich dachte ich sehe nicht richtig, als ich an einem meiner Tage in Viña, an dem riesigen(!) Strand zufällig(!!) auf Eva aus Pucón treffe. Ja, ja, immer diese Reise-“Zufälle“. Nur um euch klar zu machen wie groß dieser Zufall tatsächlich ist, muss man wissen wie hier der Strand an einem Wochenende aussieht. Stellt euch folgendes Bild einfach circa drei Kilometer länger vor:

An meinem vorletzten Tag in Valparaiso besuche ich, natürlich wieder zusammen mit Nacho, Alejandra und Christina, ein ganz besonderes Happening: Den Red Bull Flugtag.
Hunderte Verrückte haben über Wochen und Monate völlig hirnrissige und natürlich völlig fluguntaugliche Maschinen gebaut mit denen sie sich nun unter Applaus und Johlen von tausenden Schaulustigen von der 10 Meter hohen Plattform ins Meer stürzen.

Ich könnte euch noch seitenlang von Valparaiso vorschwärmen. Es sei an dieser Stelle gesagt: Wenn ihr irgendwann einmal die Chance haben solltet diese ganz besondere Stadt zu besuchen, macht es. Ich werde auf jeden Fall noch einmal wiederkommen… irgendwann…
Und jetzt lasse ich einfach noch ein bisschen die Bilder sprechen:


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Lasst mich Euch auf dieser Seite mit meinem Fernweh anstecken und zu Euren eigenen Abenteuern inspirieren.

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