Ich habe ja noch gar nichts zum Straßenverkehr hier gesagt…
Nach Vietnam dachte ich eigentlich gegen alles gewappnet zu sein, aber ich lerne immer wieder dazu. Zwar ist der Verkehr hier nicht annähernd so dicht und es gibt auch wesentlich weniger Motorcycles als in den veitnamesischen Motropolen, dafür allerdings deutlich mehr Autos und der Verkehr ist wesentlich schneller und deshalb auch gefährlicher als in Vietnam. Wo in Vietnam bei circa 30km/h durch hupen signalisiert wird, dass man da ist, wird hier lediglich bei 80km/h mit Lichthupe gewarnt und weiter gefahren. Rote Ampeln werden zwar nicht ganz so hart ignoriert wie in Vietnam, aber man sollte sich auf das grüne Licht auch nicht all zu sehr verlassen. Die Busse sind dermaßen schnell in den teilweise doch recht engen Straßen unterwegs, dass die Autofahrer gar nicht erst versuchen auf ihre Vorfahrt zu bestehen. Das merkt man auch in den Bussen. Mitfahren ohne sich festzuhalten ist schlicht und einfach dumm bis unmöglich.

Die Argentinier hupen ständig, fahren dicht auf und sind sich generell selbst am nächsten. Man hat das Gefühl Unfälle werden geradezu herausgefordert. Dementsprechend habe ich auch schon einige gesehen. Bei allen war mindestens ein Motorradfahrer beteiligt. So aggressiv wie die Motorradfahrer hier allerdings unterwegs sind, glaube ich kaum, dass diese gänzlich unschuldig an den Unfällen waren, es sind halt nur, aus Ermangelung einer Knautschzone, immer die gefährdeteren Verkehrsteilnehmer. Memo an mich: Kein Motorrad mieten in Buenos Aires.

Als ich das erste Mal den Kreisverkehr der weltbekannten Avenida 9 (nueve) de Julio betrete (Die Straße des 9. Juli (Unabhängigkeitstag Argentiniens)) betrete, muss ich anhalten um das, was hier gerade um mich herum passiert überhaupt begreifen zu können. Die breiteste Straße der Welt hat gigantische 20 Fahrspuren. Zehn pro Richtung und davon je zwei nur für Busse reserviert. Dieses gigantische Ding mündet in einen Kreisverkehr(!). Man braucht zwei Ampelphasen (mindestens) um diese Straße zu überqueren. Die Beschreibung kann das Gefühl dort zu stehen nicht wiedergeben, aber ich versuche es mal mit zwei Bildern, einem von mir und einem Stock Foto aus dem Internet von sehr weit oben:

(Photo von: https://es.wikipedia.org)

 

Sonntag habe ich mir, zusammen mit Micha, einen Tag Auszeit gegönnt. Nachdem wir morgens zusammen Joggen waren (Yeah, Sport! ich komme braun gebrannt und muskelbepackt zurück), haben wir uns den ganzen Tag mit Gitarre, Mate, Hamburguesas und natürlich Quilmes (DEM lokalen Bier) in den wunderschönen „parque mujeres Argentinia“ gechillt.

Abends im Internet haben wir dann direkt zwei Schreckensnachrichten des Tages aus Kolumbien und Argentinien erfahren:
1.: Die FARC, eine kolumbianische Guerilla-Organisation, hat sich zu einem Terroranschlag bekannt, einen kompletten Bus gesprengt zu haben (acht Tote).

Und 2.: Während wir uns sicher und gemütlich durch den Tag gechillt haben, kam es in einigen Städten Argentiniens aufgrund von Polizeistreiks zu heftigen Ausschreitungen mit Verletzten und sogar Toten. In Córdoba, „nur“ rund 700 Kilometer von Buenos Aires entfernt, sind neben Geschäften sogar private Wohnhäuser geplündert worden. In Mar del Plata, wohin ich übermorgen weiterreise, ging es zwar glimpflicher zu, doch wie ich in Mar del Plata von einem Schweizer erfahren soll, waren auch hier den gesamten Tag alle Geschäfte geschlossen, teilweise mit Holzlatten verbarrikadiert und das Hostel hat bei heruntergelassenem Sicherheitsgitter die Touristen gewarnt sich nach draußen zu begeben…
So europäisch das Land auch aussehen und sich anfühlen mag, es ist eben doch Südamerika und das sollte man nicht vergessen.

 


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